Ausleitverfahren

Schröpfbehandlung

 

Die Schröpfbehanldung ist Jahrtausende alt , älter als der Aderlass und die Blutegelbehandlung. 

Durch das Setzen von Schöpfgläsern auf die Haut wird eine Saugwirkung auf das darunterliegende Gewebe ausgeübt, die zu einer Hyperämie mit kleinen Blutaustritten ins Gewebe führt. Da sich die Schröpfzonen auf die die Gläser aufgesetzt werden, oft unmittelbar über den paravertebralen Ganglien befinden, wirkt Schröpfen nicht nur lokal, sonder außerdem segmental und über cutiviszerale Reflexe auch auf innere Organe. 

So wurd durch Schröpfen Durchblutung und Stoffwechsel verbessert, Muskelverspannungen und Gelosen besetigt sowie Spasmen an inneren Organen gelöst. Der schmerzlindernde Effekt in der Reflexzone wird durch die Freisetzung von Endorphinen und den vertärkten Abbau von Prostaglandinen verurdsacht. Zudem wird die Selbstregulation aktiviert. 

 

Kontraindikationen: lokale Entzündungen der haut, Naevi, akute Hautkrankheiten und-Infektionen, Fiber, schwere Autoimmunerkrankungen

 

Abrechnung

Das 'trockene' Schröpfen wird nach der Ziffer 27.3, das 'blutige' Schröpfen nach der Ziffer 27.4 des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker abgerechnet.

Beim 'blutigen' Schröpfen kann zusätzlich eine Abrechnung nach der Ziffer 27.2 für die Eröffnung der Haut mittels eines Messerchens sowie die Ziffer 32.1 für die Versorgung einer kleinen Wunde in Anrechnung gebracht werden.

Die Schröpfkopfmassage wird nach der Ziffer 27.5 des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker abgerechnet.

 

Baunscheidtverfahren

Ein Heilverfahren zur Ableitung über die Haut und somit Bestandteil der Ab- und Ausleitungsverfahren.

Durch die Reizung der Haut werden die lokale Durchblutung und reflektorusch die Durchblutung der den Segmenten zugeordneten inneren Organe, angeregt und somit  eine allgemeine Tonisierung erreicht. Zudem werden die Lymphfluss nach innen und nach außen (Exsudat) aktieviert, Gift-und Krankheitsstoffe sowie Schmerzmediatoren ausgeleitet. Durch die künstlich hervorgerufene Entzündung werden immunoligische Prozesse in Gang gesetzt und die Immunabwehr gestärkt. 

Indikationen: Erkrankungen des Bewegungsapparats, Abwehrschwäche, Verdauungs- und Stoffwechselstörungen, funktionelle Beschwerden usw.

Kontraindikationen: lokale Entzündungen der Haut, Naevi, akute Hautkrankheiten und-Infektionen, Fieber, schwere Autoimmunerkrankungen

 

 

Abrechnung

Das Baunscheidtverfahren wird nach der Ziffer 27.11 des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker abgerechnet.

 

Blutegeltherapie

 

Erste Darstellung der Blutegeltherapie stammen aus Indien (ca. 500 v. Chr.).

Inzwischen erlebt die Blutegeltherapie in der Naturheilkunde eine Renaissance.

Die 2-4 cm großen Verwandten des Regenwurms leben üblicherweise im Süßwasser. Sie werden nur einmal angesetzt, um die Übertragung  von Infektonskrankheiten sicher zu vermeiden. 

Die Gesamtwirkung der Blutegeltherapie ist auf den Blutverlust und die spezifischen Blutegelwirkstoffe zurückzuführen. So produziert der Egel in seinen Halsdrüsen einen gerinnungshemmenden Stoff, Eglin oder Hirudin genannt. Hirudin wirkt gerinnungshemmend, lymphstrombeschleunigend, antithrombotisch, immunisierend (indirekt) und durch lokale Gefüßerweiterung gefäßkrampflösend. Andere Blutegelwirkstoffe haben durchblutungsfördernde Eigenschaften. Durch den Blutverlust (ca. 10 ml) und die mehrere Stunden andauernde Nachblutung (ca. 30-40ml) enspricht die Wirkung der Blutegeltherapie auch der eines sehr sanften und langsamen Aderlasses. Sie wirkt entstauend, blutverdünnend, entzündungshemmend und leitet Toxine und Stoffwechselschlacken aus. 

 


Was passiert bei der Blutegeltherapie? 

Eine Behandlung dauert meist zwischen 60 und 90 Minuten. Abhängig von der jeweiligen Indikation, ist häufig eine Wiederholung notwendig.

Zu Behandlungsbeginn wird der Blutegel an der entsprechende Stelle angesetzt, saugt sich fest und sägt sich mit seinen Kalkzähnchen vorsichtig in die Haut ein. Dieser Vorgang ist weitgehend schmerzfrei, da der Blutegel hierbei schmerzlindernde Stoffe abgibt. Im weiteren Verlauf (15 bis 90 Minuten) leitet der Blutegel die Wirkstoffe beim Saugen in das Gewebe ein und fällt anschließend von alleine ab. Die kleine Bisswunde wird (durch den Stoff Calin ) 8 bis 12 Stunden offen gehalten und blutet nach. In dieser Zeit muss die Wunde gut mit saugfähigen Verbandsmaterial abgedeckt sein.

Der gewünschte Effekt tritt oft unmittelbar nach der Behandlung ein und hält 

monatelang...

 

Indikationen

 

 - akute und chronische Gelenkschmerzen

 - Krampfadern/Besenreiser

 - Sehnenscheidenentzündungen (z.B.Tennisellenbogen)

-  Bluthochdruck

-  Rheumatische Erkrankungen

-  Furunkel / Karbunkel / Abszesse

-  Mittelohretzündung / Tinnitus

-  Wirbelsäulen-/Kreuzbeinsyndrome

-  Durchblutungsstörungen nach Haut- und Gewebetransplantationen

-  Wundheilungsstörungen/Unterschenkelgeschwüre 

 

 Kontraindikationen:

 

 - Einnahme von Blutgerinnungsmittel, 

 - Anämie

 

Abrechnung

Die Blutegeltherapie  wird nach Ziffer 27.1 des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker abgerechnet.

 

Vorinformation zur Blutegeltherapie.doc
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Der Kaffee-Einlauf:

 

Die Heil- und Schmerzlindernde Wirkung von Kaffee-Einläufe wurde zufällig während des 1. Weltkrieges entdeckt, als durch die Besatzung von Deutschland, das Morphium und andere Schmerzmittel nicht mehr in genügenden Mengen vorhanden war. Ärzte und Krankenschwester gaben den verwundeten Soldaten aus lauter Verzweiflung, einfache Wasser-Einläufe. Einige Krankenschwestern kamen auf die Idee, den übrig gebliebenen Kaffee der Chirurgen, zu den Einläufen beizumischen. Siehe da, die Soldaten berichteten über eine enorme Entlastung und Schmerzlinderung durch diese Anwendungen. Die beiden Ärzte, Professor O.A. Meyer und Professor Martin Heubner der Universität Göttingen, bestätigten dann auch ca. 1920, an Hand von kontrollierten Untersuchungen, die positiven Wirkungen des Kaffee-Einlaufes. Dr. Max Gerson nutzte schließlich diese Erkenntnisse in seinen bemerkenswert erfolgreichen Behandlungen an Krebspatienten. Ihm ist es zu verdanken, dass dieses einfache Mittel nicht in Vergessenheit geraten ist.

 

Was bewirkt ein Kaffe-Einlauf?:

– Erweiterung der Blutgefässe des Pfortader-Kreislaufes und Öffnung der Gallengänge.

– Die Gallenproduktion wird angeregt. Einzigartig unter den sogennanten Choleretika (Galle anregende Mittel) ist, dass die Enzyme des Kaffees hierbei eine Rückresorption der toxischen Anteile der Galle über die Darmschleimhaut verhindern.

– Theophylline und Theobromine, wichtige Stoffe im Kaffee, erweitern die Gefäße des Darmes und wirken dort Entzündungen entgegen.

– Die Palmitate im Kaffee verstärken die sogenannten Glutathion S-Transferase, welche für die Entfernung toxischer Radikale im Blut und Serum verantwortlich sind.

– Die Flüßigkeit an sich, bewirkt eine Stimulation des Organ-Nerven-Systems.

– Da der Kaffee-Einlauf idealerweise bis zu 15 Minuten gehalten wird (das gesamte Blut des Körpers durchströmt die Leber ca. alle 3 Minuten), ist der Einlauf mit Kaffee einer Art Dialyse über die Darmschleimhaut gleich zu setzen. Es kommt somit zu einer starken Reinigung und Entgiftung des Körpers.

– Allgemeine schmerzlindernde Wirkung

 

Das Tolle am Kaffee-Einlauf ist, dass er Sicher, und einfach durchzuführen ist. Sogar bis zu alle 4 Stunden kann ein Einlauf genommen werden ohne negative Wirkung auf den Körper zu zeigen.

 

Wie wird ein Kaffee-Einlauf hergestellt und wie Nimmt man ihn ein?

 

Die Herstellung des Einlaufes ist denkbar einfach. Sie können jeden herkömmlichen Kaffee (Kein Instant-Kaffee) benutzen den Sie im Laden kaufen können. Für den Einlauf selbst hat sich am besten eine „Klysopumpe“ bewährt, da hiermit langsam und kontrolliert die Flüssigkeit in den Darm gefüllt werden kann. Die Klysopumpe kann in jedem Sanitätshaus oder im Internet bestellt werden.

 

REZEPT:

1. 3 gehäufte EL Kaffeepulver (Kein Instant-Kaffee!) auf 4 Tassen Wasser

2. 3 Minuten Kochen Lassen und dann die Hitze reduzieren und weitere 15 Minuten leicht köcheln.

3. Durchseien

4. Flüssigkeit in ein Behälter füllen und bis auf Körpertemperatur abkühlen lassen. (Ganz wichtig um Verbrennungen zu vermeiden!)

5. Mit Hilfe der Klysopumpe, oder sonstigen Methoden, die Flüssigkeit einführen.

Und jetzt?!

Es kann sein, dass Sie am Anfang nicht die gesamte Menge Flüssigkeit in den Darm bekommen. Zwingen Sie bitte nichts, und füllen Sie den Darm mit nur so viel Flüssigkeit wie Sie es halten können. Auch ist es Möglich, dass Sie am Anfang die Flüssigkeit keine 15 Minuten halten können. Auch dies ist kein Problem. Zwingen Sie nichts, und halten Sie die Flüssigkeit für nur so lange wie Sie es können. Übung macht den Meister! Idealerweise versuchen Sie die Flüssigkeit ca. 15 Minuten im Darm zu halten. Damit ist eine optimale Entgiftung gewährleistet.

Legen Sie sich am besten auf die Rechte Seite, und ziehen Sie die Beine leicht an. Dies gewährleistet ebenfalls die idealste Wirkung. Nach ca. 15 Minuten, bzw. sobald der Drang kommt, entleeren Sie die Flüssigkeit wieder.

 

TIPS: Gerade am Anfang, empfehle ich den Einlauf in unmittelbarer Nähe Ihrer Toilette durchzuführen! Wenn Sie später Experte auf dem Gebiet Kaffee-Einläufe sind, können die Einläufe auch in bequemerer Umgebung durchgeführt werden. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen! 

so von Sven Zeissner

 

 

Aderlass

 

Der Aderlass, eines der ältesten Ausleitungsverfahren, wurde bereits in der Antike angewendet. Als blutentziehendes Verfahren wirkt der Aderlas zunächst entstauend und leitet die bestehende Blutfülle ab. Um den aufgetretenen Volumenverlust auszugleichen, strömt aus dem Intestitium eiweißarmes Exsudat nach und verursacht eine Blutverdünnung. Dadurch werden der Hämatokrit, die Viskosität des Bluts sowie die Aggregation der Blutzellen gesenkt und die Verformbarkeit der Erythrozyten erhöht. Diese Veränderungen bewirken eine Verbesserung der Mikrozirkulation schlecht durchbluteter Areale. Da der Aderlass auch den peripheren Gefäßwiderstand senkt, wird ebenso die Mikrozirkulation positiv beeinflusst, das Herzzeitvolumen erhöht und die Durchblutung gesteigert. 

 

Kontraindikation: Anämie, Körperschwäche, Exsikkose, fiberhafte Infekte, bei akutem Durchfall und Angina pectoris

 

Was bringt ein regelmäßiger Aderlaß?

– beseitigt schädliche, verderbliche und krankmachende Stoffe im Blut.

– verhindert die Entstehung von Krankheiten die Verkalkung der Gefäße die Bildung schlechter Blutwerte

– vermindert zu hohen Blutdruck Emboliegefahr (Thrombose) Risikofaktoren (Herzinfarkt…)

– regt an die Blutbildung,  die ´Hausapotheke´ (Immunsystem), den Kreislauf

– erhöht die Lebenserwartung, die Vitalität und Leistungsfähigkeit und die Gesamtdurchblutung

– bewirkt Bluterneuerung und vermehrt das Gesundheitspotential

Darüber hinaus kann er als zusätzliche Therapieform bei Herzbeschwerden, Depressionen, Leber- und Milzleiden, bei Atembeschwerden, Sehschwäche, Durchblutungsstörungen, Kopfleiden und vielen weiteren Indikationen eingesetzt werden.

Zusammenfassung

Wann?
– zwischen 1. und 6. Tag nach Vollmond

Wem?
– Mann oder Frau ab 30. Lebensjahr

Wie?
– nüchtern

Wie oft?
– bis zum 50. Lebensjahr  2 x jährlich
– ab 50. Lebensjahr 1 x jährlich bs 1x monatlich

Wie lang?
– Mann bis 80. Lebensjahr Frauen bis 100. Lebensjahr

Wie viel?
– ob Mann oder Frau: zwischen 70 und 100 ml (ab dem 50. Lebensjahr halbe Menge)

– Nach dem Aderlaß Augen vor blendendem Licht 3 Tage lang schützen. (Sonnenbrille)

– 2 Tage vermeiden: gebratenes Fleisch, Rohkost, Käse, schwerer Wein u. ungewohnte Speisen.

 

Abrechnung

Der Aderlass wird nach Ziffer 26.2 des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker abgerechnet.

Auszug aus dem Buch “Kleine Aderlass-Fibel” von Helmut Posch 

Quelle: E. Bierbach "Naturheilpraxis Heute Lehrbuch und Atlas"

http://hildegardvonbingen.info/aderlass/

 

 

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